Exponentialhorn

 

Im Jahr 1999 wollte ich mit Studierenden Lautsprecher bauen. Mir fiel eine Bauanleitung für einen Exponentiallautsprecher der Firma Isophon in die Hände: mit geringen Kosten sollte ein hochwertiges Lautsprechersystem relasiert werden können. Die Studierende waren begeistert und änderten meine Baupläne so um, dass die Gehäuse nur auf einer NC-Fräse (bei Fa.  Ahlers, Oldenburg) hergestellt werden konnten.

Ein Farberater aus Bremen wurde engagiet, um uns bei der Oberflächengestaltung zu beraten. Schleifen, Grundieren und Peter Schmidt spritzte den Decklack in der damals noch in der Uni vorhandnenen Lackierkabine.

Dann transportieren wir ein Lautsprecherpärchen zum Hifi-Händler Ripken & Ripken, um es zu testen: Unsere Boxen klangen schlechter als die billigsten Pappkisten, die wir dort finden konnten. Alle waren maßlos enttäuscht.

Im Akustiklabor der Physik bestimmten wir den Frequenzgang der Boxen: Unsere Hörprobe wurde bestätigt: grottenschlechte Wiedergabe, nicht brauchbar!

Ich fühlte mich in der Pflicht, dieses Problem zu lösen, hatte doch die Studierenden das Material aus eigener Tasche bezahlt. Erst ein Jahr später fand ich in Renningen bei Stuttgart ein Akustiklabor, dass von Dr. Roland Gauder betrieben wird. Er war früher Entwicklungsingenieur bei Isophon und lachte, als ich ihm von unserem Misserfolg berichtete: "Ja, da hatten wir einen Rechenfehler gemacht!"

Ich lud ein Boxenpaar ins Auto und machte mich auf in den Süden.

 

 

Die Schwierigkeit beim Umbau der Boxen bestand darin, dass die winzigen Lautsprecher nicht ersetzt werden konnten und die Verdrahtung in den Seitenwänden verlegt war.
Roland Gauder löste das Problem, indem er die vorhandenen Exponentialhörner auf die Wiedergabe der Mitten und Höhen durch eine neue Frequenzweiche beschränkte und zwei zusätzliche Basslautsprecher (siehe Bild) hinzufügte.

Schweren Herzens, weil teuer, erweiterten wir unsere Lautsprechersysteme und so konnten die Studierenden doch noch ein hochwertiges Lautsprechersystem mit nach Haus nehmen.