CNC Dreh- und Fräsmachine

 

1986 wurde ich von der Universitätsleitung gebeten, die Hochschule auf der CeBIT '87 zu repräsentieren. Zusammen mit dem Programmierer Peter Lovis (†), dem Eletroniker Horst Awißus (†), dem Mechanikermeister Joachim Janke (†) und mit Unterstüzung durch den Rechenzentrumsmitarbeiter Henry Havemann beschlossen wir, eine konventionelle Heimwerkerdrehmasschine so umzurüsten, dass sie mit einem handelsüblichen und unmodifizierten PC (Olivetti M24) angesteuert werden konnte.

Die Firma PROXXON schenkte uns eine kleine Drehmaschine und wir schafften es, im Verlauf eines halben Jahres den Prototypen der CNC-Drehmaschine zu fertigen. Auf der Messe stellten wir Schachfiguren und einen Kreisel her.

Ich gehe davon aus, dass wir die ersten waren, die diese preiswerte Lösung realisiert haben. Obwohl die Nachfrage auf der CeBIT groß war, zeigte PROXXON keinerlei Interesse an der Fortführung der Entwicklung. Wir waren der Ansicht, dass sich diese Maschinen insbesondere für die Ausbildung eigenen würden.

Durch Vermittlung der AEG Oldenburg wurde die Firma WABECO aus Remscheid auf uns aufmerksam. Man beauftragte uns, ihre konventionellen Heimerkermaschinen in CNC-Drehmaschinen und CNC-Fäsmaschinen umzuwandeln.

Wir bauten diese Maschinen um, entwickelten Steuerungen und Programme. Diese Maschinen wurden von WABECO in geringer Stückzahl gefertigt. Wir präsentierten unsere Entwicklungen auf der Industriemesse Hannover '88, auf der BremTec '87, auf der Internationalen Eisenwarenmesse Köln '88 und '89, auf der didacta '88 in Stuttgart sowie auf mehreren kleineren Messen in der Region.

Da unsere Entwicklungskapazität nur gering war und wir mit dem technischen Fortschritt kaum mithalten konnten, hat sich WABECO später nach einer professionelleren Steuerung umgesehen und die Zusammenarbeit mit der Universität eingestellt.

Die beiden unteren Bilder zeigen die jetzt von WABECO produzierten CNC-Maschinen, die unseren Prototypen noch sehr ähnlich sehen.